Sankt Martin

Mama, warum zünden wir für den Martin Laternen an?


Ich habe kurz überlegen müssen, was mein Sohn damit wohl meinen könnte. Bis ich die bunte Laterne sehe, die er im Kindergarten gebastelt hat und mir nun stolz präsentiert. Am Sonntag ist Martinfest und damit der Laternenumzug. Sogar unser Spielmannszug ist dabei und schon jetzt habe ich den Ohrwurm:


Laterne, Laterne,
Sonne, Mond und Sterne.
Brenne auf mein Licht,
brenne auf mein Licht,
aber nur meine liebe Laterne nicht.
Laterne, Laterne“ und so weiter.


Aber was der Laternenumzug nun mit dem heiligen St. Martin zu tun hat, dass weiß ich so genau auch nicht. Schwach ist mir im Hinterkopf ein Soldat auf einem Pferd, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Ans Gänsebraten essen, muss ich auch denken. Da heißt es wohl wieder recherchieren.

Martin von Tours

Der heilige Martin heißt mit vollem Namen Martin von Tours finde ich heraus und lebte um 316 bis 397 in Ungarn, Italien und Frankreich. Sein Vater wollte unbedingt, dass er Soldat wird. In der damaligen Zeit hatte ein Kind dem Vater zu gehorchen und so wurde er Leibwächter des damaligen römischen Kaisers in Mailand. Bereits als Jugendlicher fand er zum christlichen Glaubem und darin auch als Soldat den notwendigen Halt. Mehrfach versuchte er aufgrund seines Glaubens aus dem Militärdienst auszuscheiden, aber erst mit 40 Jahren ließ man ihn ziehen. Am 4. Juli 372 wurde Martin zum Bischof von Tours geweiht. Soweit ein kurzer Abriss seines Lebens. Die Sache mit dem Mantel geschah in seiner Zeit als Soldat im Winter: er begegnete einem armen, unbekleideten Mann und teilte mit seinem Schwert den Überwurf, eine Art Mantel welcher mit Schafsfell gefüttert war in zwei Teile, um dem armen Mann einen Teil abzugeben. In der darauffolgenden Nacht begegnete ihm Jesus im Traum, welcher mit dem halben Mantelteil bekleidet war, welches Martin dem Bettler gegeben hatte.

 

Von Laternen und süßem Gebäck

In der Woche vor dem 11. November, dem Tag an dem Martin von Tours begraben wurde, basteln viele Kinder in den Kindertagesstätten und Schulen Laternen um am Abend des 11. November an einem Laternenumzug teilzunehmen. Diese Tradition geht mutmaßlich darauf zurück, dass der tote Martin in einer Lichterprozession mit einem Boot nach Tours gebracht wurde. Danach gibt es oft noch ein Martinsfeuer und die Kinder bekommen ein Backstück. Je nach Region handelt es sich dabei um einen Hefeteig mit Rosinen, je nach Region Weckmann oder Stutenkerl genannt, oder „Martinsgänse“ aus Hefe- bzw. Keksteig oder die „Martinsbrezel“ aus süßem Hefeteig.

 

Weitere Bräuche: Martinssingen und die Martinsgans

In einigen Regionen ziehen die Kinder nach dem gemeinsamen Umzug noch von Haus zu Haus, präsentieren ihre Lampen, singen den Bewohnern ein Lied vor und bitten um Süßigkeiten, Gebäck oder Obst. Und auch die Erwachsenen kommen auf ihre Kosten: So wird an St. Martin traditionell die Martinsgans zubereitet und verspeist. Angeblich geht dieser Brauch darauf zurück, dass der heilige Martin sich der Ernennung als Bischof unwürdig empfand und sich in einem Gänsestall versteckte. Die laut schnatternden Gänse verrieten sein Versteck jedoch und er wurde Bischof. Zugegebenermaßen ziemlich makaber dafür noch heute Gänse zu schlachten.

 

Bastelideen für Laternen

Wir möchten euch drei Bastelideen rund um das Thema Laterne vorstellen:
Für die erste Idee braucht man mindestens 2-3 Tage Trocknungszeit. Gemeinsam mit den Kindern werden schöne Blätter gesammelt und je nach Wetterlage getrocknet. Einen Luftballon aufblasen und mit Bastel- oder Tapetenkleister die Blätter rundherum auf den Ballon kleben. Ruhig mehrere Schichten übereinander und reichlich Kleber verwenden. Das ganze mindestens 2 Tage trocknen lassen, dann den Luftballon zerstechen und einen Laternenstab als Leuchtmittel hinein. Fertig ist die herbstliche Laterne. Auch aus einer Butterbrottüte lässt sich schnell eine individuelle Laterne basteln. Entweder anmalen, mit Blättern bekleben oder durch Knicken und mit Bastelpapier bekleben in eine Eule, einen Pinguin oder sogar ein Einhorn verwandeln. Und ganz Eilige greifen einfach zu einem Laternenstab mit kleiner Glühbirne und platzieren diesen in einem der Spielbälle für Babys mit den vielen Löchern (Oball). Fertig ist eine witzige Laterne für Kurzentschlossene. Einen Ohrwurm haben wir noch für euch:


Ich geh´mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne,
und unten, da leuchten wir.
Mein Licht ist aus,
ich geh´ nach Haus,
rabimmel, rabammel, rabum.

In diesem Sinne wünscht euch das Team von Theo & Paula viel Spaß beim Martinsumzug!

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